Stühle knarzen meist, weil Zapfenverbindungen gelockert sind. Zerlege behutsam, entferne alten Leim mit Stechbeitel oder Schleifpapier, passe trocken, klebe mit D3/D4-Leim und spanne diagonal mit Zwingen. Prüfe Rechtwinkligkeit und Sitzhöhe, lass ausreichend aushärten. Bei ausgeschlagenen Bohrungen helfen Passhülsen oder neue Holzdübel. Unsichtbare Verschraubungen können Verbindungen ergänzen, wenn Holzfasern ermüdet sind. Dokumentiere die Reihenfolge, damit der Zusammenbau reibungslos gelingt und alles dauerhaft spielfrei bleibt.
Feine Kratzer mindert Stahlwolle der richtigen Güte oder ein sanfter Zwischenschliff mit anschließendem Öl. Dellen lassen sich oft ausdampfen: feuchtes Tuch, warmes Bügeleisen, kurze Impulse, Fasern quellen wieder auf. Graue Wasserflecken behandelt Oxalsäure; stets vorsichtig testen. Farbliche Retusche gelingt mit Wachs- oder Lackstiften, die Maserung imitiert. Zum Schluss Finishblending: Übergänge hauchdünn einarbeiten, damit die Reparatur unauffällig bleibt und die Oberfläche lebendig wirkt.
Öl betont Maserung und bringt Tiefe, Hartwachsöl schützt zusätzlich vor Feuchtigkeit. Lack bietet hohe Strapazierfähigkeit, benötigt aber penible Vorbereitung. Entscheide nach Nutzung: Essplatz? Strapazierfähig. Sideboard? Edle Haptik. Dünn auftragen, Zwischenschliff einplanen, genug aushärten lassen. Mit fusselfreien Tüchern arbeiten, Staub minimieren, Temperatur stabil halten. Oft reicht partielles Auffrischen statt Komplettabtrag, um Charme zu erhalten und zugleich die Alltagstauglichkeit spürbar zu verbessern.
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